Biodiversität

Klimawandel beeinträchtigt Artenvielfalt

 Es gibt durchaus Arten, die sich an den Klimawandel anpassen können. Andere zeigen bereits nach einer globalen Erwärmung von weniger als einem Grad, wie sie bis jetzt stattgefunden hat, deutliche Veränderungen.

Der technische Bericht des  Klimarates der UNO mit dem Titel „Connecting Biodiversity and Climate Change Mitigation and Adaptation“  listet als besonders gefährdete Arten, Wasserlebewesen bei Süsswasserseen und –flüssen, Bewohner von Sumpfgebieten, Korallen-Riffs, tropische Zonen und Alpine Gebiete. Besonders betroffen sind endemische Arten und Pflanzen und Tiere, die in Berggebieten leben. Der Bericht geht von 10 Prozent aller Arten aus, die bei jedem Grad der Erderwärmung in eine für das Überleben bedrohliche Situation geraten kann.


Medizinalpflanzen bedroht

Da alle Indizien darauf hindeuten, dass nicht einmal eine Erwärmung von zwei Grad eingehalten werden kann, muss mit der Bedrohung von einem Viertel bis einem Drittel aller Tier- und Pflanzenarten gerechnet werden. Dieses Aussterben von Arten wird für die Menschen spürbare kulturelle, soziale und wirtschaftliche Konsequenzen haben. Es wird nun die Aufgabe der Experten für die Anpassung an und der technischen Massnahmen gegen den Klimawandel sein, diesen Verlust auch pekuniär zu beziffern. Es geht um Geld, auch in dieser Frage. Die Biodiversität hat einen hohen, bezifferbaren Wert und wer sie schädigt müsste gemäss dem Verursacherprinzip dafür bezahlen. Doch soweit ist die UNO noch lange nicht und der Fonds für die Anpassung an den Klimawandel reicht bei weitem nicht aus.

Dabei gibt es durchaus Strategien, welche den Artenschwund verursacht durch den Klimawandel reduzieren könnten. Dazu gehören saubere Luft, die Verhinderung der weiteren Fragmentierung und des weiteren Habitatverlustes, sowie die Bekämpfung invasiver Arten. Das Stichwort dazu lautet: ökosystemverträgliche Anpassung an den Klimawandel. Das Ziel dabei ist der Schutz der Biodiversität und damit auch der Lebensgrundlage er Menschen. Die Experten dieses Fachberichts über die Biodiversität fordern eine Reduktion der Abholzung und vor allem eine Kartographierung und die satellitengestützte Überwachung der letzten grossen Waldgebiete, wie es sie am Amazonas, in Westafrika oder in Russland noch gibt. Das Überwachungsprogramm REDD Reducing Emissions from Deforestation and Degradation  hat zum Ziel, damit auch den Ausstoss von Klimagasen zu verringern. Denn lebende Bäume absorbieren CO-2, abgeholzte und verbrannte Flächen verursachen zusätzliche Gase. Aufforstungen könnten Treibhausgase senken und sind deshalb in den zurzeit laufenden Post-Kyotoverhandlungen ein Zankapfel. Es geht um Klimazertifikate und um Schwindeleien die damit betrieben werden könnten. Jedenfalls gilt es zu verhindern, dass Aufforstungen von vor kurzem zerstörten Waldflächen den Besitzern nicht auch noch ein doppeltes Geschäft ermöglichen. So oder so: Mit der Anerkennung des Artenreichtums als materiell messbarer Wert, steigt natürlich das Interesse an der Artenvielfalt. Das kann den Schutz erleichtern, aber auch die Zerstörung fördern, wie man leidvoll in tropischen Ländern erfahren hat, wo Medizinalpflanzen so stark ausgebeutet wurden, dass sie ausgestorben sind.

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