„Das Metallprogramm, ein Grundkurs in der Metallverarbeitung, dauert etwa neun Monate oder 110 Arbeitstage zur Erreichung eines Zertifikates mit Abschlussprüfung. Gearbeitet wird dabei effektiv 15 bis 17 Stunden pro Woche, mit einer täglichen Präsenzzeit von 2,5 - 6 Stunden. Das hängt davon ab, ob die jungen Flüchtlinge die Gewerbliche Berufsschule besuchen oder nicht. Das Ziel ist die Befähigung für eine Praktikumsstelle oder einen Ausbildungsplatz. Mir geht es nicht nur um die Metallverarbeitung selbst, sondern auch um Grundsätzliches rund ums Handwerk, etwa eine technische Zeichnung zu verstehen und anzufertigen, und um soziale Aspekte in der Werkstatt.
 
Die anhaltende Flüchtlingskrise macht betroffen, und es stellt sich die Frage, wie wir die Spannung zwischen unserer Betroffenheit und den oft sehr begrenzten Möglichkeiten der Hilfeleistung ertragen. Die Theologin Susanne Louise Ganzoni sucht Antworten.
 
 «Flüchtlinge – Fremde unter uns». Schon bevor ich die Liste wählbarer Projekte unserer Schule vollständig durchgelesen hatte, war ich mir ziemlich sicher in meiner Wahl dieses Workshops an der Kantonsschule Heerbrugg. Durch die Medien steht man zwar ständig irgendwie mit der Flüchtlingsthematik in Kontakt, sie bleibt allerdings ziemlich abstrakt und gewissermassen unnahbar. Die wenigsten, die über Flucht und Flüchtlinge sprechen, standen jemals persönlich in Kontakt mit einer geflüchteten Person – auch ich nicht, weshalb ich dieses Programm als grosse Chance auffasste.
 
Bellas Stimme gerät ins Stocken, Tränen rinnen über ihre Wangen, als sie erzählt, wie sie als 16-jährige mit ihrer dreizehnjährigen Schwester aus Florenz aufbrach, in die Schweiz, auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben. Ihre Mutter war mit den beiden Kindern aus Somalia geflohen, in ihrem eigenen Strudel hatte sie ihre Kinder so lange vernachlässigt und misshandelt, bis die jugendliche Tochter sie verliess.
 
 
Kinder in Palermo: Der Weg muss von der Mafia weg. Bilder: Gesa Lüchinger.