Moralpredigt

  • Konfrontation statt Zusammenarbeit

    Die nicht enden wollende Corona-Diskussion hat sich nun etwas verlagert, die sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen rücken nach und nach in den Vordergrund und zeigen, wie fragil diese Wirtschafts- und Weltordnung doch ist, nachdem voreilig schon das "Ende der Geschichte" verkündet worden war. Es ist höchste Zeit, den Blick zu weiten. Corona ist, bei allen schlimmen Folgen für die Erkrankten, ein Symbol für eine Welt, die gerade dabei ist, wieder aus den Fugen zu geraten. Statt der viel gepriesenen und notwendigen internationalen Zusammenarbeit folgen Lügen, Konfrontation und ein übler Nationalismus. Dabei macht das Virus doch gerade nicht Halt vor den Grenzen. Nun sind wir zurück auf Feld eins, man spricht schon von einem neuen kalten Krieg, und es schaudert einem beim Gedanken, was geschehen wird, wenn nur ein Impfstoff in begrenzter Menge verfügbar sein sollte.

Video-Tip

Die anhaltende Flüchtlingskrise macht betroffen, und es stellt sich die Frage, wie wir die Spannung zwischen unserer Betroffenheit und den oft sehr begrenzten Möglichkeiten der Hilfeleistung ertragen. Die Theologin Susanne Louise Ganzoni sucht Antworten.
 

«Wir sind da!»

Bellas Stimme gerät ins Stocken, Tränen rinnen über ihre Wangen, als sie erzählt, wie sie als 16-jährige mit ihrer dreizehnjährigen Schwester aus Florenz aufbrach, in die Schweiz, auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben. Ihre Mutter war mit den beiden Kindern aus Somalia geflohen, in ihrem eigenen Strudel hatte sie ihre Kinder so lange vernachlässigt und misshandelt, bis die jugendliche Tochter sie verliess.
 
 «Flüchtlinge – Fremde unter uns». Schon bevor ich die Liste wählbarer Projekte unserer Schule vollständig durchgelesen hatte, war ich mir ziemlich sicher in meiner Wahl dieses Workshops an der Kantonsschule Heerbrugg. Durch die Medien steht man zwar ständig irgendwie mit der Flüchtlingsthematik in Kontakt, sie bleibt allerdings ziemlich abstrakt und gewissermassen unnahbar. Die wenigsten, die über Flucht und Flüchtlinge sprechen, standen jemals persönlich in Kontakt mit einer geflüchteten Person – auch ich nicht, weshalb ich dieses Programm als grosse Chance auffasste.
 

Australien und das Klima

Die Herstellung einer Weltgerechtigkeit über alles ist eine Illusion. Es gibt mehr Beispiele für die Weltungerechtigkeit. Es ist eine höhere Ungerechtigkeit, wenn Länder wie Mosambik von einem Zyklon heimgesucht werden, wie es ihn noch nie zuvor gab. Oder wenn das Hochland von Südamerika unter Dürren leidet, während Südseeinseln wie Tuvalu langsam im Meer versinken. Es sind die Folgen des Klimawandels, denn diese Regionen sicher nicht verursacht haben. Doch ist es ungerecht, wenn der australische Busch brennt?
 

Notwendige Solidarität

Wenn Hänge rutschen, Lawinen nieder gehen und Zerstörung anrichten, Hagelzüge Felder und Fabrikhallen verwüsten, Seen und Flüsse ganze Quartiere überschwemmen, stellt sich die Frage: Wer bezahlt die Schäden? In Zeiten der nun auch politisch und gesellschaftlich akzeptierten Tatsache der Klimaveränderung wird diese Frage immer dringlicher. So, als ob die kleiner werdende Mehrheit der von Naturkatastrophen Unbetroffenen sagen wollte: Wir können nicht ewig weiterzahlen. Können sie oder wir, oder können wir nicht? Wer den Opfern einer Naturkatastrophe hilft, als Institution oder ganz privat pflegt das Gemeinwohl. Früher bedeutete eine zerstörerische Lawine aus Schnee oder Schlamm eine Feuersbrunst oder eine Überschwemmung vor allem eines: Die Zerstörung der Existenz. So, wie wir es von Naturkatastrophen in Entwicklungsländern kennen. Die Unversehrtheit an Leib und Leben kann niemand garantieren. Aber man kann helfen, dass es nach der Katastrophe weitergeht. Dazu gehört auch die unentbehrliche private Hilfsbereitschaft. Denn die institutionalisierte Solidarität durch Staat und Versicherungen darf nicht dazu verleiten, die Hände in den Schoss zu legen.
 
 
Kinder in Palermo: Der Weg muss von der Mafia weg. Bilder: Gesa Lüchinger. 
 
Die neue EU-Kommission möchte den Green New Deal. Er soll Schwung in die etwas verkrustet EU-Politik bringen. Doch was verbirgt sich hinter diesem Schlagwort und was bedeutet dies für eine nachhaltige Landwirtschaft?
 
Wie kann man Obdachlosen helfen?
Wir alle kennen es, ein Obdachloser, der uns auf der Strasse fragt, ob wir ein bisschen Geld für ihn haben. Da kommen in manchen von uns Zweifel auf.
 
Weil im mittelasiatischen Tadschikistan Ackerland knapp ist, hängt das Land stark von Lebensmittelimporten ab. Die Entwicklungen im Nordwesten zeigen jedoch einen möglichen Ausweg auf.
 
Heimat ist für Lara Kroha ein recht dehnbarer Begriff, da sie die ihre vor einem halben Jahr verlassen hat. Ist Heimat noch dasselbe wie vor dem Umzug? Und für was steht Heimat allgemein bei ihr? Fragen, die es zu beantworten galt.
 
Das Land zwischen Himalaya und Arabischem Meer leidet unter einem chronischen Mangel an Pflegekräften. Mit akademischen Studiengängen will die auf Krankenpflege spezialisierte Aga-Khan-Universität in Karachi Abhilfe schaffen.
 
Die sozioökonomische Entwicklung entfalten und damit die Abwanderung aus den sturkturschwachen Berggebieten bremsen: Diese Absicht steckt hinter der im Jahr 2000 beschlossenen Gründung der „Universität von Zentralasien“ (UCA), deren erster Campus jetzt eingeweiht wurde.
 
Dass sich der ostafrikanische Binnenstaat Ruanda so gut entwickelt, geht wohl nicht zuletzt auf die Belebung der vorkolonialen Imihigo-Tradition zurück. Sie verpflichtet die Menschen zur Arbeit.
 

Bitte zuhören!

Konferenzen wie das WEF oder die Klimakonferenz atmen den Zeitgeist einer Schicht von Menschen, die Zugang zu Informationen hat, meist wohlhabend ist und bereit, Änderungen zu akzeptieren, sofern sie dabei nichts verlieren oder sogar gewinnen können. Doch dosiertes Risiko mit Gewinnmöglichkeiten muss erhandelt werden. Dass dabei an solchen Konferenzen selten auf die wirklich Betroffenen – im Falle des Klimawandels die Ärmsten der Armen – gehört wird, ist leider längst zur Gewohnheit geworden. Neu scheint aber der Trend, dass Entscheidungsträger, also konferenzbewährte Responsabilitäten und Importanzien sich unsozial verhalten. Gemeint ist ein auf sich selber konzentriertes Verhalten, ein Abschalten, Wegsehen und Weghören gegenüber Themen und Teilnehmern, das an Unverschämtheit grenzt.
 
Bislang am Tropf internationaler Hilfsorganisationen, besinnt sich der ostafrikanische Kleinstaat  Burundi auf die Stärken seiner Landwirtschaft.
 
Ödlandflächen wieder aufzuforsten ist oftmals schwierig, kostspielig und geht nicht selten in die Binsen. Seit über einem Jahrzehnt setzt die Berner Hilfsorganisation newTree im westafrikanischen Burkina Faso auf die «natürliche Wiederbewaldung». Ihre Zwischenbilanz kann sich sehen lassen.
 
Bild: Ölmühle umgeben von Palmplantage
In Indonesien wird die Hälfte des Palmöls auf der ganzen Erde hergestellt. Palmöl ist mit 54 Millionen Tonnen das wichtigste Pflanzenöl. Dies hat einen positiven Effekt auf die indonesische Wirtschaft, aber sie hat auch eine dunkle Seite.
 

Massensterben der Bienen

Auch Wildbienen sind Spritzmitteln betroffen.
Seit 1985 sind weltweit 30 Prozent aller Bienenvölker ausgestorben. Meist wurde als Hauptgrund die Varroa-Milbe angegeben. Doch wie neuere Studien beweisen, sind Pestizide mit dem Inhalt Neonicotinoid die Hauptgründe für das Bienensterben. Dieses Gift tötet nicht nur Bienen, sondern auch andere Insekten und sogar auch Vogelarten.
 

Meine Familie ist meine Heimat

An der Sekundarschule Rorschach gibt es viele Schüler aus verschiedenen Ländern. Wir interessierten uns dafür, welches deren Ansicht nach ihre Heimat wäre und führten einige Interviews mit Schülern und einem Lehrer durch. Heimat ist für die Meisten dort, wo Familie und Freunde sind. Hier die Antworten.
 
 
Die sozialen und ökologischen Bedingungen, unter denen Mobiltelefone hergestellt werden, schreien zum Himmel. Noch nicht einmal die minimalsten Standards werden erfüllt, kein einziger Hersteller übernimmt eine Pionierrolle. Das von einem winzigen niederländischen Startup lancierte FairPhone weist den Weg.